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Erfahrungen mit der OTE150 Montierung
 
Nach quälend langer Wartezeit war es dann vorletzte Woche soweit: Der Postbote brachte das schwerste Paket, dass ich je bekommen hatte: Die neue OTE 150 Montierung.
Nach der Arbeit ging es natürlich sofot ans Auspacken des Riesenpakets. Leider befürchte ich, dass die Leute von der Post nicht gerade sorgfältig mit dem Paket umgegangen sind, da an einer Stelle eine leichte Delle ist. Ausserdem wusste ich gar nicht, dass man seine Montierung erst selbst "finden" muss, ich musste mich durch einen Riesenberg von diesen kleinen Styroporteilen durchkämpfen. Aber schön mittig auf dem Boden kam sie dann doch zum Vorschein - das grosse Achskreuz, gut eingewickelt in Plastik. Wow, ich wusste gar nicht, dass 16kg soo schwer sein können! Erstmal auf eine weiche Unterlage legen, und nach weiteren Teilen im Styropormeer suchen. Nach und nach kamen noch ein kleiner Karton mit dem Satz Imbusschlüssel und den Motorkabel, die beiden Gegengewichte an der Gegengewichtsstange (schon wieder 8kg heben...) und die Bedieungsanleitung zum Vorschein. Das wars dann, auch nach weiterem Wühlen, war nichts mehr zu finden.
Da lag sie nun, das gute Stück, auf das ich sooo lange warten musste. Da ich schon ein paar EQ6en kenne, ist der erste Eindruck gar nicht mal soo erschreckend, aber schon nach dem auspacken zeigt sich, dass das doch eine andere Liga ist: Auf den ersten Blick sieht man nur eleganter Edelstahl, und eine schöne weisse Lackierung. Leider ist an einem Block die Lackierung abgeplatzt, das ist aber nur ein optischer Fehler, Jörg Oulabi von OTE weiss von diesen Problemen... Leider ist auch eine der Azimutschrauben total verbogen, da lag die Montierung wahrscheinlich direkt drauf, das wird aber von OTE in Zukunft ganz einfach gelöst: Sie legen diese beiden Schrauben einfach seperat in das Zubehörkästchen. So kann nichts mehr passieren.
Die Aufsatzplatte passend für die Vixen/Synta Schwalbenschwänze und ein weiteres Gegengewicht (man weiss ja nie...) kommen 2 Tage später direkt von Christian Maier.
So, da steht sie nun, ausgepackt, auf dem Boden.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Nach näherer Betrachtung fällt mir gleich die wirklich sehr gute Verarbeitung auf! Vor allem die Teilkreise sind einfach wunderschön:
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ein erster Test mit den Kupplungen, zeigt, dass diese sehr feinfühlig bedient werden können. Ganz anders als mit meiner frühreren Montierung, der GP-E. Durch die Hebel hat man eine schöne Wirkung, und kann die Stärke gut "dosieren". Ich bin schon gespannt, wie das in der Praxis mit dem schweren Newton drauf klappt. Das nächste Bild zeigt die Aufsatzplatte, auf die man Rohrschellen auch direkt schrauben kann. Alles sieht einfach mit viel Liebe gearbeitet:
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Als ich die beiden Motorstecker sah, fragte ich mich wie ich die wohl an meine Boxdörfer Steuerung bekommen soll, die ich ja behalten habe. Die beiden Stecker hatten 9polige Sub-D Enden. Ein Anruf bei OTE, bestätigte, dass ich die falschen bekommen habe - nämlich die für die FS2 Steuerung. Das neue, passende, Kabel für die MTS3 kam nur wenige Tage später zusammen mit der neuen Azimutschraube.
Was ich noch erwähnen möchte, ist die Einstellung der Polhöhe, die absolut unproblematisch einzustellen ist. Ich finde die Lösung sehr gut, viel besser als bei der Vixen GP. Im Gegensatz zur GP Serie ist auf der OTE keine Scala der Polhöhe. Da aber serienmäßig ein Polsucher zur Montierung gehört (den ich wegen dem tollen Wetter noch nicht testen konnte...) dürfte dies kein grosses Problem darstellen. Ausserdem denke ich, dass die Leute ihre OTE hauptsächlich immer zu Hause in Aktion haben werden, da nicht jeder 16kg mitrumschleppen will...
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Jetzt konnte ich die Montierung entgültig auf die Betonsäule in der Sternwarte setzen. Zuerst musste ich noch die Eisenplatte verkleinern, sonst wäre der Tubus angeschlagen, und die OTE hätte gar nicht draufgepasst. Wer konnte vor einem Jahr wissen, dass ich so schnell eine so grosse Montierung haben werde ? ;-).
Nach wirklich heftigen Problemen, die MTS zur OTE zu programmieren und nach so manchen Telefonaten mit Jörg haben wir es doch gemeinsam hinbekommen. (vielen Dank nochmal dafür! ;-) ). Wer eine fertige Konfigurationsdatei für die Boxdörfer MTS3 Serie benötigt, kann sich ruhig bei mir melden!
Ich denke, dass ich irgendwann mal auf die FS2 aufrüsten werde, da die MTS3 "nur" mit 13,8V läuft, das heisst eine Fast Geschwindigkeit von etwa 80x. Das ist mir doch etwas zu wenig für ernsthaftes Goto. Mit der FS2 sollen die Motoren erst so richtig ausgereizt werden.
Zur Zeit ist mein schwerer 8" Skywatcher Newton auf der Montierung. Dieser Tubus ist ja von der Dobsonversion, wiegt etwa 10kg! Zum Glück habe ich 3 Gegengewichte genommen! Ich muss schon sagen, wenn beide Klemmen auf sind, ist es einfach nur ein Genuss den Tubus auf der Montierung rumzuschubbsen - das ganze läuft so "soft", wunderbar :-).
Erste Tests am Mond zeigen eine sehr ruhige Nachführung, ich habe es bei 3m Brennweite und der ToUCam einfach mal laufen gelassen. Es ist noch nicht richtig eingenordet, aber ausser dem Seeing waren keine Ruckler zu sehen - schonmal eine grosse Veränderung zur GP-E! Wenn es das nächste mal klar ist, werde ich den periodischen Schneckenfehler messen, mal sehen ob die 10" eingehalten werden.
Fazit fürs erste: Auch auf den zweiten Blick eine wunderbar verarbeitete Montierung! Ich bin sehr gespannt was sie im harten Montierungsleben zeigt.
 
Hier noch ein paar Bilder, mit dem Newton auf der OTE:
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Hier sieht man die Höhe der Säule, und unten rechts den 8" SC Tubus.
 
 
 
© 2003 Daniel Marquardt